Aktualisiert am 14. September 2026  | AUSSTELLUNG

Verdichtete Werkschau 2026

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Ausstellung (RE)SONANT MATTER

Ausstellung · 16.–18. Oktober 2026

Eröffnung: Freitag, 16. Oktober 2026, 19:00 Uhr
Ausstellung geöffnet: Samstag & Sonntag, 14:00–19:00 Uhr

Eintritt frei!
 

Material, Resonanz und Wahrnehmung

Wie antwortet Material auf Berührung, Bewegung, Klang oder Zeit? Welche Spuren hinterlassen Körper und Gesten – und was entsteht, wenn ein Werk mit seinem Raum und seinem Gegenüber in Resonanz tritt?

(RE)SONANT MATTER versammelt zwölf künstlerische Positionen aus Malerei, Grafik, Fotografie, Bildhauerei, Keramik, Installation, Klang, Film und Poesie. Über das gesamte Kunsthaus Urhof20 hinweg begegnen einander Bilder, Objekte, Sprache und Klang: Erde und Keramik treffen auf textile Strukturen, Fotografie auf Malerei, körperliche Erfahrung auf filmische Erinnerung.

Material wird dabei nicht als etwas Statisches verstanden. Es trägt Spuren, reagiert, verändert sich und setzt selbst Prozesse in Gang. Manche Arbeiten laden zur Betrachtung ein, andere können berührt, bewegt oder zum Klingen gebracht werden.

Die Ausstellung ist zugleich Werkschau und Erfahrungsraum. Sie verbindet Arbeiten von Künstler:innen, die das Kunsthaus kontinuierlich mitprägen, mit eingeladenen Positionen und Entwicklungen aus dem Jahresprogramm 2026. So entsteht ein offener Raum, in dem Resonanz nicht nur Thema der Ausstellung ist, sondern zwischen den Arbeiten, dem Haus und seinen Besucher:innen entstehen kann.

Ausstellung (RE)SONANT MATTER

STITCHED SOUNDS — © Vicky Maier Christine Haupt — © Vicky Maier Affektive Flexibilität · Diana Lauer-Feiler — © Diana Lauer-Feiler DORODANGO · Martin Budischowsky — © Vicky Maier soundCloud · Claude Leeb — © Claude Leeb ROTOR · Die.Puntigam — © Die.Puntigam IDO · Luca Malina — © Luca Malina Kunsthaus Urhof20 · Foyer — © Daphne von Schrader Ausstellung Die.Puntigam — © Daphne von Schrader IDO – Ton im Ton · Luca Malina — © Luca Malina


Künstler:innen & Arbeiten


DIE.PUNTIGAM · Malerei & Grafik
Rotor

Mit Rotor zeigt Die.Puntigam seine Jahresausstellung 2026 im Foyer des Kunsthaus Urhof20. Schichtungen von Farbe, Linie und grafischen Strukturen bilden Bildräume, in denen Überlagerung, Verdichtung und offene Flächen gleichzeitig sichtbar bleiben.

Der Titel verweist auf Bewegung und Wiederkehr – auf etwas Rotierendes, das nie an denselben Punkt zurückkehrt. Diese Bewegung findet sich auch in seinem langjährigen künstlerischen Wirken im Urhof20 wieder: Seine Handschrift prägt nicht nur die Ausstellungen, sondern ebenso Gestaltung, Außenraum und visuelle Kommunikation des Kunsthauses. 


CHRISTINE HAUPT · Textile Installation
Stitched Sounds

Mit Stitched Sounds entwickelte Christine Haupt ein kollektives Rauminstrument aus hängenden Stoffbahnen und sensorischen Feldern. Leitfähige Silberfäden und textile Strukturen reagieren auf Berührung, Bewegung und Verbindung.

Die Installation wird zu einem Raum des gemeinsamen Erkundens und Spielens. Die einzelnen Felder reagieren unterschiedlich – sensibel, unvorhersehbar und veränderlich – und lassen immer neue Beziehungen zwischen Körpern, Stoff und Raum entstehen. 


DAPHNE VON SCHRADER · Sound / Komposition
Stitched Sounds

Daphne von Schrader gestaltet die klangliche Ebene von Stitched Sounds. Die sensorischen Felder besitzen unterschiedliche Klangcharaktere und reagieren auf Berührung und Bewegung.

Im Zusammenspiel mit den Besucher:innen entstehen flüchtige Kompositionen – ein sich fortwährend veränderndes Geflecht aus Körper, Material, Bewegung und Klang. 


MARION ALEXANDER · Malerei

Marion Alexander entwickelt malerische Resonanzräume zwischen Farbe, Fläche und Material. Unterschiedliche Farbschichten und Materialien überlagern sich, treten miteinander in Beziehung und erzeugen im Spannungsfeld von Dichte und Offenheit eigene Schwingungen. 


DIANA LAUER-FEILER · Fotografie

Diana Lauer-Feiler beschäftigt sich mit den Spuren gesellschaftlicher Strukturen und Verhaltensweisen im alltäglichen Leben. In (RE)SONANT MATTER richtet sie den Blick darauf, wie sich Erwartungen und gesellschaftliche Einflüsse auf den Körper niederschlagen und in der fotografischen Arbeit sichtbar werden. 


FRANZISKA MÜLLNER · Malerei

Franziska Müllner setzt sich mit Verdichtung, Geste und Bildraum auseinander. Bewegung, Spur und malerische Energie schreiben sich in das Material ein und lassen Bilder entstehen, die selbst zu Resonanzkörpern werden. 


MARTIN BUDISCHOWSKY · Keramik & Dorodangos
Contemporary Ammunition

Martin Budischowsky arbeitet unmittelbar mit Erde, Wasser und Zeit. Seine verdichteten und polierten Dorodangos machen Materie als Resonanzkörper zwischen Hand und natürlichem Prozess erfahrbar.

In Contemporary Ammunition begegnen diese verdichteten Körper keramischen Formen, Muscheln und Schneckenschalen. Die Arbeiten bewegen sich zwischen Naturform, Transformation und konzentrierter handwerklicher Handlung – zwischen Verdichtung, Schutz und Bewahrung. 


RAPUNZEL BRÄUTIGAM · Bildhauerei & Keramik

Rapunzel Bräutigam arbeitet mit Abdrücken von Frauenkörpern, die sie in Porzellan als fragmentierte Reliefs weiterführt. Konkave und konvexe Formen werden geteilt und neu zusammengesetzt.

Körper und Material hinterlassen Spuren; Fragmente lösen sich aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang und treten in neue Beziehungen. 


CLAUDE LEEB · Keramik & Poesie

Claude Leeb verbindet Poesie mit keramischen Objekten und verschränkt Sprache mit Form. Zwischen Wort und Materie entsteht ein Dialog, in dem Bedeutungen aufscheinen, sich verdichten und wieder entgleiten. 


LUCA MALINA · Installation / Keramik & Klang
IDO – Ton im Ton

Mit IDO aus dem Projekt Ton im Ton erforscht Luca Malina das Verhältnis von Keramik und Klang. Frei hängende Elemente aus unterschiedlichen Tonarten bilden einen Resonanzkörper, der durch Wind, Berührung und Bewegung in Schwingung gerät.

Besucher:innen können die Installation selbst zum Klingen bringen – Resonanz wird unmittelbar körperlich und hörbar. 


ELKE HITTINGER · Keramik
Im Resonanzraum der Elemente

In Im Resonanzraum der Elemente setzt sich Elke Hittinger mit Feuer, Wasser, Erde und Luft auseinander. Eine Säule, elementare Schalen und Arbeiten in Raku-Technik erzählen von Wandel, Energie und Gleichgewicht – und von den Kräften der Natur, die im Material aufeinandertreffen.

Ton wird dabei nicht nur geformt, sondern selbst zum Träger von Veränderung: Feuer, Wasser und Luft hinterlassen ihre Spuren und machen den Prozess der Entstehung sichtbar. 


AARON BECK · Bildhauerei
Seele-Säule

In seinem aktuellen Projekt Seele-Säule entwickelt Aaron Beck Skulpturen in einem mehrstufigen Gussprozess. Ausgangsformen entstehen in Ton, werden über Silikon und Wachs weitergeführt und in keramische Gussformen übersetzt, die schließlich auch den Guss von heißem Metall wie Bronze ermöglichen.

Für (RE)SONANT MATTER werden erste kolorierte und polierte Zementskulpturen sichtbar, ebenso Spuren und Stadien dieses Entstehungsprozesses. Das Werk erscheint damit bewusst als etwas im Werden – zwischen Form, Abdruck, Übersetzung und Materialwechsel.
Bereits bestehende Metallskulpturen von Aaron Beck im Hof und Garten des Kunsthauses erweitern die Präsentation in den Außenraum.

 

Filmische Resonanzen

Auf Screens sind ausgewählte filmische Dokumentationen und Fragmente aus Performances des Jahres 2026 zu sehen – darunter Arbeiten, die im Zusammenspiel mit immersiven und installativen Situationen entstanden sind.

Sie tragen vergangene Bewegungen, Begegnungen und Prozesse zurück in den Raum und verbinden Erinnerung und Gegenwart. Performance erscheint dabei nicht als abgeschlossenes Ereignis, sondern hinterlässt Spuren, die in anderer Form weiterwirken.

Die Ausstellung wird am Freitag, 16. Oktober um 19:00 Uhr eröffnet und ist am Samstag und Sonntag jeweils von 14:00–19:00 Uhr als offener Begegnungs- und Erfahrungsraum zugänglich.

(RE)SONANT MATTER ist ein konzentrierter Moment des Zusammenführens – eine Ausstellung, in der unterschiedliche künstlerische Stimmen, Materialien und Prozesse aufeinandertreffen, sich gegenseitig verändern und weiterklingen.